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Der/Die/Das Geocoin? Groundspeak definiert offiziell „Cachevokabular“ für deutschsprachigen Raum

Groundspeak, der Betreiber von geocaching.com, hat am 27.01.2016 eine Liste zur Veröffentlichung freigegeben, die von offizieller Stelle Begrifflichkeiten für das „Geocacheruniversum“ definiert.

Die Vereinheitlichung bestimmter Übersetzungen aus dem Englischen ins Deutsche soll ein einheitlicheres Erscheinungsbild schaffen. So sind die Übersetzer nun angehalten, in Zukunft zum Beispiel immer(*¹) von „Geocache“ zu sprechen und nicht mehr das Wort „Cache“ aus dem Englischen 1 zu 1 zu übernehmen.

Bei manchen Ausdrücken schafft das Klarheit, so wird zum Beispiel endlich „das Event“ und „die Geocoin“ definiert, bei anderen muss man schon etwas nachdenken, wer wäre wohl schon von „Geocachelisting-Anzeigeprotokoll“ auf „audit log“ gekommen?

Ein paar Sachen verwundern mich allerdings. Der Begriff „Owner“ wird nicht, wie ich jetzt erwartet hätte, mit „Besitzer“ übersetzt, sondern bleibt, jetzt großgeschrieben, so erhalten. Auch der „Reviewer“ bleibt der „Reviewer“, obwohl man der deutschen Sprache dann doch entgegenkommt, den generischen Maskulin ablehnt und die „Verweiblichung“ zu „Reviewerin“ erlaubt. Ein „Screencast“ hingegen bleibt kein Screencast, ebensowenig ein „Tutorial“ ein Tutorial bleiben darf, das sind jetzt „Lehrvideos“ bzw. „Handreichungen“.

Was ich bisher noch nie gehört bzw. gelesen habe ist „Dip“, was zukünftig mit „Dippen“ übersetzt werden soll. Als Kommentar ist vermerkt, dass es dem früheren „visit“ entsprechen soll. Also werden zukünftig Travel-Bugs nicht mehr Geocaches besuchen (übersetzt aus dem Englischen „visit“), sondern gedippt?

Leider kommentarlos blieb das Wort „Slump“, in neuer Übersetzung „Leerlaufphase“. Auf was sich das wohl bezieht? Auf eine Phase der Inaktivität beim Cachen? Auf die Zeiten zwischen den Pocket-Query (NICHT Taschenabfrage! 😉 ) Erstellungen?

Insgesamt kann ich verstehen, wieso man den Übersetzern so ein Werkzeug in Form einer Übersetzungstabelle in die Hand gibt, viele Sachen schaffen Klarheit bzw. sind mit Logik zu verstehen, ein paar Haken hat das Ganze wohl aber noch. Aber nicht umsonst endet der Dokumentenname wohl mit „Stand- 27. Januar 2016“.

-Dieser Text wurde in NGR(*²) geschrieben.-

Ohne Google Accont findest du die Liste als pdf  hier.

(*¹)Ausnahme: Geocache-Arten, die heissen jetzt „Multi-Cache“; „Rätsel-Cache“ … Ausnahme davon aber „Tradi“, der heisst „Traditioneller Geocache“
(*²) Neue Groundspeaksche Rechtschreibung 😉

3 commenti su “Der/Die/Das Geocoin? Groundspeak definiert offiziell „Cachevokabular“ für deutschsprachigen Raum

  1. Wurde ja auch Zeit das alles mal festzulegen 😉 Was auch mal zu definieren wäre, wäre die Aussprache des Wortes „Cache“ – weil von „Cage“ bis „Catch“ habe ich da schon alles gehört!

    Hübsches Blog! (erlaubt ist auch „hübscher Blog)

    Gruß aus Limburg, Jörg

  2. Einiges wurde wirklich Zeit! @Jörg, lass uns doch einfach Käsch sagen Was mich aber schmunzeln lässt, ist “dippen” ! Wenn ich eine Person mit TB-Shirt sehe, kann ich denjenigen ja jetzt “andippen” 🙂 Grüße Urbivan, toller Beitrag

  3. Dieses Glossar hat eine lange Vorlaufzeit und war eine Initiative aus dem Kreis der Volunteer Translators heraus (selbstverständlich unter Beteiligung und mit dem Segen des Geocaching-Hauptquartiers), die sich aufwändig in ihrer Freizeit um die Übersetzung der Website, der sechs Apps und der Blog- und Facebook-Beiträge von Groundspeak kümmern. Die Intention dabei ist es, bisherigen und den jetzt im Januar neu hinzugekommenen drei Deutsch-Übersetzern eine praktische Hilfestellung zu geben, damit eine Übersetzung nicht mit jedem Bearbeiter verschiedene Stile hat, sondern egal, wer’s gemacht hat, möglichst einheitlich daherkommt. Das sorgt zum einen dafür, dass Texte besser verständlich werden, und anderen ist es ganz einfach professioneller, wenn es gelingt, in Zukunft größtmögliche Einheitlichkeit nach außen abzubilden. Zumindest ist das die Idealvorstellung. Die Liste ist zwar in erster Linie eine Anhandgabe für alle, die mit „Groundspeak-Englisch/Deutsch“ zu tun haben (also auch Reviewer für ihre Textvorlagen, GSAK, project-gc, Geochecker-Websites usw.), wünschenswert wäre es aber darüber hinaus, wenn Blogs und Podcasts auf freiwilliger Basis diese Begriffe weitgehend auch übernehmen würden. Sicherlich werden manche nun mit konkreten Übersetzungen nicht einverstanden sein, aber irgendwann wurde in Einzelfällen einfach auch eine Entscheidung getroffen, damit man weiß, woran man ist. Der Begriff „audit log“ ist schon im Englischen komisch; da ist es kein Wunder, dass da ein ebenso komischer Begriff im Deutschen bei rauskommt, der aber präzise sagt, um was es geht. Die Vorgabe, statt „Cache“ möglichst immer „Geocache“ zu verwenden, kommt schon vom Herbst 2013. Die Begründung dafür ist, dass „Cache“ kein spezifischer Begriff unseres Hobbys ist, man denke an den Cache im PC. Die Aussprache war meines Wissens nach aber nie ein Problem: Singular „Käsch“, Plural „Käsches“. Manche Begriffe wie „Tutorial“ oder „Screencast“ wurden deswegen übersetzt, weil sich die Übersetzungen von Groundspeak-Produkten vor allem an diejenigen richtet, die kein oder nur wenig Englisch beherrschen. Nun mag „Screencast“ laut Duden eingedeutscht sein, aber ich bin nicht sicher, ob eine über-60-Jährige Geocacherin aus dem schönen Cottbus wirklich weiß, was das ist: Fragt doch mal rum bei Eurem nächsten Stammtisch, mit Mikrofon. Auf das Ergebnis wäre ich gespannt! Darum wurde entschieden, diesen Begriff auch zu übersetzen. Umgekehrt gibt es bei diesem Hobby einfach auch feste Fachbegriffe, die notfalls erläutert werden müssen, aber im Original übernommen werden. Im Zweifelsfall wurde gefragt: „Ist dieser Begriff ein Ausdruck, den bei einem Event alle ganz selbstverständlich verwenden?“. Das trifft auf „Owner“ (keiner sagt „Besitzer“) ebenso zu wie auf ein „Event“ selbst. Es ging ja nicht darum, ein „Neusprech“ zu erfinden, sondern wie oben schon gesagt Einheitlichkeit anzustreben, aber dennoch ganz eng bei der „Community“ und der aktuellen Lebenswirklichkeit dieses Hobbys zu bleiben. Ob sich der neue Begriff „Dippen“, der auch im Englischen GC-Vokabular neu ist, mittelfristig etablieren wird, zeigt die Zukunft. Aber dazu ist auch nach langen Beratungen keinem etwas Besseres auf Deutsch eingefallen. Und „die Geocoin“ wurde jetzt einfach festgelegt, weil Groundspeak die Erfinderin derselben ist und das deswegen auch für Deutsch definieren darf. Bei Wikipedia findet sich im Artikel „Geocoin“ aktuell die Passage, das Genus sei nicht klar definiert: Jetzt ist es das, zumindest vonseiten des Erfinders. Und schließlich haben wir eine wachsende Anzahl an Reviewerinnen in Deutschland, da ist es nur legitim, es freizustellen, ob sie sich „generisch maskulin“ als „Reviewer“ oder individueller als „Reviewerin“ bezeichnen wollen, beispielsweise in den Textvorlagen für die Kommunikation in Reviewer-Notes, die sich eingedeutscht übrigens gemäß Duden-Regeln genauso mit Bindestrich schreiben wie „Pocket-Query“, „Travel-Bug oder „Field-Note“. Oh, und „slump“ ist tatsächlich die Phase der Tage ohne Geocache-Funde. 🙂

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