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Event, Event, Statistik brennt… Teil 2

Teil 1 findest du hier.

Und wo wir uns bis jetzt zum Thema Guidelines durchgearbeitet haben, mal ein paar Gedanken dazu. Nach wie vor sind die Themen Logbuch, Kommerzialisierung, Megastatus, etc pp aktuell, um nur mal ein paar zu nennen. Scheinbar sind die sogar ins Deutsche übersetzten Event Regeln Groundspeaks immer noch nicht klar genug formuliert oder kommuniziert. Ich zitiere, betreffend der „Logbuch ja/nein/vielleicht Frage“ mal von hier:

Alle Events (einschließlich Mega-, Giga- und CITO-Events) können online geloggt werden, wenn der Geocacher am Event teilgenommen hat. Event-Geocache-Besitzer können Geocacher auffordern, sich in ein Logbuch einzutragen, aber das ist optional und darf keine Bedingung zum Loggen eines Event-Geocaches sein.

Und ja, es wird immer wieder Stimmen gehen die sich beschweren und hadern, wenn kein Logbuch beim Event ausliegt und man auch keinen Eintritt verlangen darf, wo dann die Kontrollmöglichkeit für den Owner ist, ob der online loggende Geocacher auch wirklich am Event teilgenommen hat. Die gibt es nicht. Jeder kann nur an die Ehrlichkeit des Nächsten appelieren bzw daran, das derjenige die Spielregeln genauso einhält wie man es selber tut. Oder anders, appellierender ausgedrückt, Leute, schaut nicht auf die Statistikpunkte eures Nächsten. Ihr könnt es eh nicht ändern, wenn er sie sich „ergaunert“. Guckt auf eure eigene Statistik und erfreut euch an ihr, ob ihr sie nun regelkonform so aufgebaut habt oder nicht:

– Jeder soll das Spiel so spielen, wie es ihm gefällt.* –

*unter Beachtung der Rechte und des Spielspasses der Mitspieler!

Trotzdem ist das immer und immer wieder ein Thema. Ebenso wie die Zeitdauer eines Events. Zeitdauer? Ja, seit der Änderung der Event-Regeln Anfang 2014 müssen Eventlistings eine Angabe der Zeit beinhalten. Zum Beispiel „Wir treffen uns um 18Uhr und das Event endet gegen 22Uhr.“. Ich zitiere mal von hier:

 

„…Die Mindestdauer für ein Event beträgt 30 Minuten. …“

 

Und auch das Verknüpfen von „zivilen“ Events, mit Geocaching Events taucht immer wieder auf, im Stile von „da ist so ein tolles Festival, da kann ich doch ein Event dran veranstalten“. Auch hier sind die Regeln eindeutig:

„ … Wenn eine Veranstaltung bereits außerhalb der Geocaching-Community organisiert wird oder sie nicht bei Geocaching.com gelistet ist, ist es voraussichtlich kein Event-Geocache. Beispiele sind Musikfestivals, Nachbarschaftsfeiern sowie organisierte Sport- oder Vereinsveranstaltungen. …“

 

Obwohl ich hier noch eingestehen muss, dass die Formulierung „voraussichtlich“ einen Spielraum offen lässt, den sich die potentiellen Event Owner dann auch gegenprüfen lassen sollten. Nur um sicher zu gehen.

Ab und zu tauchen allerdings doch, ähm, „kreative“ Event Ideen ein, frei nach dem „Höher, Schneller, Weiter“ – Motto. So gab es Ende 2012 mal eine Entwicklung, die dahin ging, per Konferenzschaltung Events zu verbinden. (Der Versuch von moenk ein überregionales Event zu schaffen, bei dem deutschlandweit am Gründonnerstag Döner gegessen werden, und das Ganze dann als ein grosses Event zu veranstalten, scheiterte ja am Willen Groundspeaks. Heute nutzt man diese Grundidee um mit Souvenir und allen Tamtam ordentlich die Werbetrommel zu rühren, ohne Hinweis auf moenk). Natürlich eine Multimediavernetzung nicht nur, weil man es kann, sondern auch um gleich zwei bzw mehr Punkte für ein Event zu bekommen. Heute, ~5 Jahre später, die technischen Hürden sind gefallen, im Zeitalter von Periscope und FB Live Videos, was wären da für Möglichkeiten offen…

Apropos Möglichkeiten. Wer ein wenig die aktuelle Entwicklung bei den Mega Events verfolgt, wird sie inflationär wahrnehmen. Soll heissen, es werden viele Stimmen laut, die behaupten, die Anzahl der Megas nimmt immer weiter zu. Ich habe mir mal die Mühe gemacht sie auszuzählen:

 

Anzahl der Mega Events Deutschland / Weltweit seit 2006

 

Trotz aller Rufe, dass es immer mehr und mehr und mehr werden, scheint hier ersichtlich, dass nach einem Peak 2013 die Anzahl der Mega Events in Deutschland recht konstant bei 5-6 pro Jahr steht. Groundspeak hat durch die Regel, das Megas im Voraus abgesprochen bzw beantragt werden müssen, scheinbar ein funktionierendes Steuergerät gegen eine Mega-Event Schwemme gefunden und umgeht damit wohl auch solche Überraschungen, wie zum Beispiel den 7. Dönerstag in Dresden, der aufgrund der hohen Teilnehmerzahl im Nachhinein zum Mega hochgestuft werden musste.

Offen bleibt die Frage, ob der Eingangs erwähnte „Niedergang des Geocachens“ und der damit einhergehende Schwund der Nutzerzahlen auch wirklich auf die Megas durchschlägt. Eine Event Orga veröffentlichte letztens einen Artikel „in eigener Sache“, dort sprach man von einer Konkurrenz der Megas untereinander, der man mit „etwas Besonderem oder gar Neuem“ begegnen muss. Ist das „Höher, Schneller, Weiter“ – Spiel nun also auch im Bereich der Mega Events angekommen? Sie schreiben, wenn man auf Altbewährtes zurück greift, erhält man den Status der Einfallslosigkeit. Ist das so? Geht man heute nicht mehr auf Events um der Events willen, um dort das zu tun, was man so auf Events macht, Mitcacher treffen, neue kennenlernen, reden, miteinander eine gute gemeinsame Zeit haben? Geht man heutzutage dort hin um spektakuläres, noch nie dagewesenes zu sehen und zu erleben (und vielleicht im Nachhinein mit einem gewissen Stolz über die eigene Teilnahme zu berichten)? Sollte es so sein wird die zukünftige Entwicklung interessant. Immer mehr Megas sind Nachfolgeevents von vorherigen, damit ist die Latte für neue, nie dagewesene Spektakel und Kuriositäten sehr hoch. Jeder legt dann immer noch eine Schippe drauf. Eine Schippe drauf legen erinnert mich irgendwie an diese Geste, bei einer Beerdigung eine Handvoll Erde ins Grab zu werfen. Vielleicht ist es das, was wir dann mit den Megas machen, wir beerdigen sie? Wie lange wird das „immer ein bisschen mehr anbieten“ möglich sein? Wir werden es sehen. Dem ambitionierten, potentiellen Mega Event Owner in spe sei geraten, dieses Event bald auszurichten. Dann hat er es noch leichter. Da haben es die Macher des Central London Mega 2020 (ja, das ist wirklich schon angekündigt!) schon deutlich schwerer.

(So wird das irgendwann zwischen 2024 und 2030 geplante „Cottbuser Ostsee Mega Event [Project – COME]“ (natürlich als „Project“ geplant!) eine ordentliche Hausnummer sein, was die Erwartungen an Attraktionen angeht. 😉 )

Von Jörg Friebe, www.Lausitz-Bild.de - eigene Arbeit, Jörg Friebe (Joergcbs), www.Lausitz-Bild.de, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=14956994

Vorplanung „Project COME“ 😉

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