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NFP – Cachequalität

 

Da in den einschlägigen Geocaching Medien immer wieder über die Gesamtsituation gemeckert wird, Stichworte Powertrail, Biltema, Souvenirs und generell wird alles schlechter und doofer und kalt ist auch, will ich mir mal eines dieser Themen rausgreifen, nämlich die Qualität! Nun werden viele Leser denken „Oh nee, jetzt fängt der auch noch an und meckert nen ganzen Artikel mit viel BlaBla über Qualität und so“, aber, falsch gedacht! In zweierlei Hinsicht. Erstens werd ich nicht meckern, sondern mal als positives Beispiel FÜR Qualität von einem (schon archivierten) Cache berichten, den ich ganz gut fand. Und zweitens werde ich wohl gar nicht soooo viel Labern, sondern viele Bilder sprechen lassen (ist jedenfalls so geplant 😉 ).

 

Nun könnte ich lange im Eröffnungsabsatz erklären, wie lange und hart ich mit dem Owner ringen musste, um die Erlaubnis zum Veröffentlichen und hemmungslosen Spoilern zu bekommen. Das wäre aber gelogen. Cacheowner und Schreiber dieses Artikels sind nämlich dieselben. Was sehr praktisch ist. 🙂

 

Zur Vorgeschichte. Es begab sich, dass ein sehr guter Freund, nennen wir ihn mal Urbivan, wieder einmal Geburtstag hatte. Und was liegt da bei uns Cachern näher, als ihm einen Geocache zu legen. Ich weiss jetzt gar nicht mehr so genau warum, aber irgendwie war über die Zeit so eine kleine, aber durchaus liebgemeinte und vor allem konstruktive Fehde Cottbus vs Peitz oder Peitz vs Cottbus entstanden. Und wir Cottbuser fuhren zwar gerne nach Peitz cachen, denn da gab es immer mal wieder nen paar neue Dosen zu finden, allerdings bestanden viele Geocaches zu dem Zeitpunkt damals aus den verpönten Filmdosen. Ein Cacher tat sich besonders hervor und der hatte schnell den (internen) Spitznamen „Fürst Urbivan von den Filmdosen“. Somit war also klar, der Cache musste irgendwas mit diesen Dosen zu tun haben…

 

NFP – Des Fürsten Morgenprogramm
NFP steht für Nano – Filmdose – Petling
Es handelt sich um einen kleinen, wegetechnisch kurzen und leichten Multicache, der allerdings speziell an der 2. Station ein wenig Zeit erfordert. Geländewertung 2, weil die unasphaltierte Strasse an den Stationen verlassen werden und an einer Station zwischen sehr engstehenden Bäumen gesucht werden muss.

 

Wie zum Beispiel hier an Station 1. Ein kleiner Ast wurde hier zu einem Baumstumpfimitat umgebaut. Ok, eigentlich wurde er nur aufrecht hingestellt. 😉

In die Unterseite wurde ein Loch gebohrt, gross genug für einen Nano (ist glaube ich so ein medizinisches Probenröhrchen). Damit der Nano drin bleibt eine Unterlegscheibe und einen drehbaren Verschluss angeschraubt. Hier sieht man links wie er zum Zeitpunkt des Legens (April 2016, also 2 Jahre alt) und wie er jetzt aktuell beim Einsammeln aussieht. Gut in Schuss.

 

In dem Nano befand sich ein kleiner laminierter Zettel, den man eigentlich nur herausnehmen musste, wenn man wirklich schlechte Augen hat. Darauf die Daten für eine Peilung, die uns dann zur 2. Station führt.

 

Die Sieht augenscheinlich so aus. Irgendwer hat hier vor langer Zeit Müll, in diesem Fall alte Zäune, abgeladen. Die sind eingewachsen und bilden Hohlräume. In einem davon befindet sich der Koffer der 2. Station, abgetarnt mit einem Stück Zaun (wie passend! 😉 ) und Naturdeko.

 

Und wenn man den Koffer hervorholt, sieht er dann so aus. Ich glaube darin war mal eine alte Reisenähmaschine, bin ich mir aber nicht mehr ganz sicher. Das Ganze wurde schwarz lackiert und nen GC Logo draufgesprüht.

 

Darin befanden sich ein laminierter „Aufgabenzettel“ und 42 Filmdosen mit jeweils einem Zettelchen mit einer Zahl drauf.

 

Hier erstmal der Aufgabenzettel. Die 42 Filmdosen mussten alle geöffnet werden und die Zahlen sortiert werden. Hier ergab sich eigentlich der „Witz“ des Multis. Der Sucher sollte mit den 42 zu öffnenden Filmdosen genervt werden, so dass ihm die Lust an Filmdosen vergeht. 😉

 

Alle Zahlen in der Übersicht. Es gab sie in blau und rot sowie zwei- und dreistellig.

 

Wenn man sie dann alle richtig sortiert und damit gerechnet hat, ergaben sich wieder die Daten für eine Peilung, die dann zu Station 3, dem Final führte. Dies hat natürlich, je nach Organisation und Akribie der Suchenden mal mehr, mal weniger Zeit in Anspruch genommen.

 

Wenn man sich dem Final näherte, sah man dann das. Wie, du siehst nichts? Moment:

 

Schon besser, oder? Tja, so ein Hasengrill, zumal bei so einer kleinen Dose, der kann tarntechnisch schon Wunder bewirken. 😉
Nein, ernsthaft, die Stelle vom Final war gut überlegt, so dass von der Seite, wo man die Dose hätte sehen können, eigentlich nie jemand kam.

 

Auch hier wieder ein kleiner Vergleich. Es handelt sich bei der Kiste diesmal um einen Metallkoffer, in dem früher eine Säbelsäge war. Ein Sperrmüllfund. Gelb. Also schwarz umlackiert und mit dem GC Logo besprüht. Links zum Zeitpunkt des publishs, also vor 2 Jahren. Rechts aktuell. Sieht von aussen eigentlich noch ganz gut aus.

 

Von innen erkennt man schon deutlich ein paar Beulen und Dellen. In der Kiste befand sich „Der grösste Petling der Welt!!!“. Ok, es war eigentlich ein Stück PVC Rohr in dem einer dieser Riesen Petlinge steckte. Dazu gabs beim Dose legen noch ein wenig Kram, eine der GPO Postkarten und nen paar Visitenkarten für den Blog und Astlochflicken (Woodis).

 

Auch ein kleiner „Erklärzettel“ befand sich in der Dose, der die Geschichte abrunden sollte.

 

Und natürlich, ganz wichtig, das Logbuch. Entsprechend des „Giga-Petlings“ eines von diesen dicken Rotolog Logbüchern (die es scheinbar nicht mehr zu kaufen gibt?). Und der Erstfinder, das Geburtstagskind, hat natürlich mit einem FTF, einem Fürst to Find geloggt. 😀

 

 

Insgesamt hielt sich der Materialeinsatz des Caches in Grenzen. S1 Kleinkram aus der Werkstatt und Nanoröhrchen beim Zahnarzt mal mitbekommen, S2 Metallkiste für nen Euro vom Flohmarkt und 42 mal filmdosensammeln beim Drogeriediscounter, das Final war nen Sperrmüllfund, das PVC Rohr ausm Baumarkt und der Mega Petling plus Logbuch 4 oder 5 Euro. Dann nen bissl schwarzen Sprühlack, die GC Schablonen hab ich mir mal machen lassen und verwende ich öfter, ich würde jetzt mal so ausm Bauch raus auf 20 Euro insgesamt tippen. Und natürlich nen bissl Arbeit und Zeit zum Zettel basteln und laminieren und Listing schreiben, Stationen einmessen und Berechnung rund machen.

Ergebnis war ein Cache der beim Geburtstagskind sehr gut ankam und auch bei den Cachern mehr als nur ein „TFTC“ als Log hervorgebracht hat. In den 2 Jahren, die er lag wurde er 40mal gefunden, hat 19 Favoritenpunkte bekommen (die ja eigentlich Quatsch sind 😉 ), was einer Quote von 51% entspricht. Und man darf wohl auch nicht vergessen, dass es sich um einen Multicache handelt, also einen der aktuell eher ungeliebten Cachetypen. Allerdings muss ich sagen, war ich auch ein wenig Ownerschlampe, was die Wartung betrifft. Den ersten DNF im September hab ich ignoriert, scheinbar schien seit dem da etwas nicht mehr zu stimmen. Als dann im Januar noch einer kam, hab ich dann doch mal den „disable“ Knopf gedrückt und kontrolliert. S2 ist weg und so eigentlich unersetzlich (jedenfalls, ohne die lokale Cacherschaft um Filmdosen anzubetteln 😉 ). Deshalb dann die Entscheidung, ab ins Archiv.

 

So, ich hoffe dieser Beitrag gibt dir einen kleinen Einblick in eine Dose, die recht günstig herzustellen war und bei der viele Cacher Spass hatten. Wenn dieser Beitrag gefallen hat, gerne mal Feedback geben in Form einer Kommentars, das könnte fortgesetzt werden und vielleicht zu einer kleinen Sammlung von Cacheideen heranwachsen. Eventuell kann dir auch dieser Beitrag helfen, dich inspirieren zu lassen.

 

Und nun raus, macht´s wie der Hase, folgt eurer Nase, Caches verstecken!

 

 

 

P.S. Vielen Dank an Steffen und Urbi für das zur Verfügung stellen der Bilder! 🙂

 

 

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