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Tag 4 / 5 / 6 – Nothing but stones

Tag 4-6:

Wir haben Mehamn erreicht. Gleich unsere erste Anlaufstelle war das Red Tree. Neben einem Gästehaus und DER lokalen Touristeninfo haben hier 2 AuswandererInnen aus Südafrika und der Schweiz ein wirklich schickes, uriges Etablissement geschaffen.

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Hier gibt’s jede Menge Infos zu holen (wir informierten uns nochmal über letzte noch offene Punkte für unsere Tour und natürlich das vorhergesagte Wetter). Dabei stellte sich heraus, Sonntag wird der bisher beste, weil sonnigste Tag des Jahres, nur mit ein wenig Nebel und Wind mit 12m/s ist zu rechnen. Also stand der Tour nun wirklich nichts mehr im Wege. Wir sind noch ein paar Kronen im angeschlossenen Souvenirladen losgeworden (natürlich nur für die Gewichtsreduzierung, nicht aufgrund von Tourieskapaden! 😉 ), haben noch den Cache direkt vor der Tür gemacht, dann noch einen Zweiten, weil wir gebeten wurden einen TB der da drin liegen sollte mitzunehmen (der war aber leider nicht mehr da). Kurz nochmal in den Supermarkt, Briefmarken gekauft. Diese „Urlaubspflicht“ wollten wir vor der Tour nämlich noch hinter uns bringen. 😉
Dann ging es zum Flughafen von Mehamn, besser gesagt kurz davor, dort ist ein „wilder“ Parkplatz. Mittlerweile war es gegen 14 Uhr, also beste Zeit für ein Henkersmahl. 😉
Nach der ordentlichen Portion Nudeln mit Tomatensauce (und geheimen kraftgebenden Ingredienzien in Form von Mini Cabanossi und Käsewienern) ging es ans Sachen packen. Meine mitreisenden hatten Zuhause schon gut vorgepackt, ich musste jetzt erstmal anfangen zu sortieren. Diese Zeit nutzte ich gleich noch um mich an die Stiefel von Nico zu gewöhnen.

Kurze Zwischeninfo, mir Dussel ist es doch wirklich gelungen meine Wanderschuhe (ja, das sind die, die ich mir speziell für dieses Gelände ausgesucht und eingelaufen habe!) Zuhause zu vergessen. Das fiel mir erst in Berlin auf. Nico holte darauf hin ein paar alte BW Stiefel vor die passten, noch bei Globetrotter ein paar Einlegesohlen besorgt, das sollte so passen.) Zwischeninfo Ende. 🙂

Also, genau diese Stiefel trug ich nun und lief so ein bisschen rum und stellte nun erstmal ernüchternd fest, beim offiziellen Startpunkt der Tour, da wo 2 grosse Steine stehen, zwischen denen ein Holzbrett hängt mit der Aufschrift „Nordkynn 24,5km“, da fehlte das Brett. 🙁 schöner Start, hatte ich mich doch nun schon auf so ein Bild gefreut. Nun gut, dann halt ohne Brett:

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Gegen 17 Uhr kamen unsere 2 Frankfurter Mädels dazu, mit denen wir uns hier, 3000km fernab der Heimat verabredet hatten. Die packten nun auch noch ihren Kram, ich versorgte meinen rechten kleinen Zeh mit einem Blasenpflaster, und dann konnten wir pünktlich um 18 Uhr starten.

Die Tour detailliert zu beschreiben, dazu fehlt mir gerade noch die Kraft und die Musse, ich bin auch noch sehr hin und hergerissen zwischen „total genial“ und „sone kranke Scheisse“. Deshalb jetzt ein paar erklärende Sätze, dann ein ganzer Wust von Bildern, darunter immer eine kurze Erklärung.

Insgesamt hatte die Tour eine Strecke von 24,5km hin und natürlich dieselbe Distanz nochmal zurück. Da wir sicherlich nicht jeden Meter auf der Idealroute bleiben konnten wird sich die von uns gelaufene Strecke dementsprechend erhöht haben. Genaueres weiss ich konkret erst, wenn ich den GPS Track am Rechner ausgewertet habe. Grob geschätzt sind wir am Tag 1 10km mit voll Gepäck bis zum Camp1 gelaufen, tag 2 5km mit voll Gepäck zum Camp2, dort den Kram abgeladen und 24km bis zum Nordkynn (und der Dose) und zurück und am Tag 3 dann 15km vom Camp2 bis nach Mehamn zurück. Angekommen sind wir Montag Abend um 19 uhr, also ganz grob 54km mit 2 Übernachtungen in 49h.
Wir hatten Samstag Abend und den Sonntag eigentlich das beste Wetter, das man sich für sowas vorstellen kann, Sonne und ein bisschen Wind, dafür war es Montag dann echt windig und ein wenig nass und dementsprechend durchgefroren kamen wir ins Ziel.
Der zugehörige Cache heisst ja „Nothing but stones“, was so nicht ganz zutreffend ist. Es gab ausser Steinen noch Wind, Regen, Mücken, Rentiere (und deren Kacke, und davon reichlich!), andere Trekking Enthusiasten, Norweger mit nem Gewehr + grossen Gasflaschen und ner ordentlichen Portion Spieltrieb, Gras, Wasser zu überqueren und dazu noch viele viele Risiken und Schmerzen. Jetzt aus dem Nachhinein halte ich 2 bis 3 der gewagten Risiken für zu hoch, trotzdem gingen wir sie ein. Wir sind Steilhänge aus Steinen hoch und runter, was eigentlich nicht wirklich mit klarem Menschenverstand zu rechtfertigen ist. Trotzdem geht man diese Risiken „auf tour“ ein. 🙁
So ein richtiges Erfolgsgefühl beschleicht mich immer noch nicht. Dafür ist das Erlebte vielleicht noch zu frisch oder die Schmerzen im Körper zu gross, wer weiss.

So, eins muss ich noch loswerden bevor die Bilder Show beginnt. Ein Riesendanke an Nico, ohne den hätte ich in doppelter Hinsicht den Trip nicht machen können. Zuerst lieh er mir ja noch in der Heimat seine Stiefel, diese lösten sich nun aber nach den ersten 3km Strecke auf, bzw. die Sohle ab. Kurz beratschlagt, dann schlug er vor, als definitiv der Fitteste der Truppe, nochmal zum Auto zurückzugehen und als Ersatz seine leichten Meindl Hiking Schuhe, nicht mal Knöchel hoch, zu holen. Das war zwar, für mich als Träger, ein stark erhöhtes Risiko (was habe ich geflucht, gerade auf den Knöchelschutz hatte ich beim Schuhkauf geachtet!), allerdings war es für mich die einzige Möglichkeit die Tour doch noch mitzumachen. Also ging ich das Risiko ein, bin zwar 4 mal ordentlich umgeknickt (symmetrisch, 2mal rechts, dann 2 mal links), aber habe jedes mal ordentlich Glück gehabt, es ist nichts passiert. Ok, einmal bin ich zwischen zwei Felsen gerutscht, Bild vom Ergebnis ist mit dabei.
So, nun hab ich aber viel gelabert, wird zeit das wir zur echte Unterhaltung kommen, den Bildern. Viel spass damit! 🙂

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ein letzter Blick auf Mehamn.

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und ein letzter auf den Flugplatz von Mehamn.

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von 5en die auszogen, einen Cache zu finden.

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Schuhe kaputt. 🙁

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Diese Steinmännchen markierten Wegpunkte, müssten 28 an der Zahl sein.

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auf dem Weg.

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Steinfeld.

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ein Mitsommersonnenuntergang.

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tolle Bergseen.

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leicht bedeckter Himmel, gleich kommt die Sonne wieder.

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noch ein Steinfeld.

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und da ist die Sonne wieder. 🙂

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ein fieses Steingesicht.

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hier schlugen wir an Tag 2 unsere Basislager auf und packten unseren Kram in ein Zelt um „minimal“ weiterzukommen.

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ein Rentier.

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schöner blauer Himmel.

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wir folgen den Steinfeldern.

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Das Ziel kommt in Sicht.

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Hier mal eins der roten „T“´s ganz deutlich. Drüben der Kinnarodden. Dazwischen in der „Schlucht“ liegt der Cache.

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Hurtigrouten ziehen vorbei.

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Steinberg vom Cache.

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Aussicht vom Cache zum Meer.

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Der Notfallshelter, Dach ist kaputt.

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aber es gibt einen Ofen! 😉

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Der Strand mit ordentlich Gerödel.

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Der Strand in seiner Länge. Hinten in der Klamm, dort stiegen wir ab und liefen ihn bis hierher ab.

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Rückweg. Wir folgen den „T“´s.

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Mehamn und Flugpplatz kommen in Sicht. Zu dem Zeitpunkt der tollste Flugplatz der Welt! 😉

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Wir haben es geschafft! 🙂

Wie es nach der Tour weiterging erfährt ihr dann morgen! 🙂

Achso, ein Bild hab ich noch, zum einschlafen, wie die Kröte letztens:

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Mein Fuss, mit Blasen und kaputt! IIIHHHHHH!!!! 😉

Leider habe ich gestern mein Datenvolumen von 1,5gb diesen Monat erreicht. Ich hab jetzt zwar noch ein paar MB draufpacken können, aber um viele Bilder zu liefern, dazu reicht es leider nicht.

Dazu kommt, das die WordPress App, mit der ich diesen Bericht schreibe, bei jedem Bearbeiten bzw Aktualisieren nochmal den gesamten Bericht runterlädt, also jedesmal mein Volumen mit all den Bildern belastet. 🙁

Da ich gerne weiter berichten möchte habe ich mich jetzt zu einem Kompromiss durchgerungen. Ich werde weiter die Texte schreiben und bestimmt hilft mir jemand aus der Heimat die zum Blog dazuzupacken, die Bilder liefer ich sobald es geht dann von heimischen PC nach.
Alles anders, alles neu. Unsere heutige Unterkunft bietet mir WLAN! Und ich ergänze die Bilder sofort! 🙂

Als zusätzliche Gimmicks, damit ihr auch wirklich nochmal auf die Seite kommt und euch die schönen Bilder anschaut, kann ich hier schonmal verkünden, dass es noch 2 zusätzliche Sachen zu erleben geben wird. Erstens ein Audiotagebuch, eine Art Podcast, aufgenommen im Auto während der Fahrt mit meinen Mitreisenden. Und zweitens habe ich eine kleine Gopro dabei gehabt, es wird wohl auch einen kleinen Film geben. Ich hoffe das entschädigt dann genug für die (noch) fehlenden Bilder. 🙂

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Unser kleines Tonstudio mit vielen Störgeräuschen aber dafür auch reichlich Authentizität. 🙂

 

 

Hier geht es weiter. 🙂

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