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Warum ich Challenge-Caches doof finde…

Lange lebten wir hier in der schönen Lausitz in Ruhe und Frieden. Irgendwie eingekeilt zwischen Berlin (weit weg), Dresden (komische Sprache) und den Tschechen (Holzverrückte ). Viele Sachen, die die Cacherszene bewegen, gehen hier an uns vorüber, wenn ich da nur mal exemplarisch an das Bilt(h)ema denke. Mit den Challenges war das bisher auch so. Bisher. Vor ein paar Wochen erhitzte so ein Challengecache, ich würde behaupten es war sogar der Erste hier im näheren Umfeld, die lokalen Gemüter. Wenn man überregionale Blogs, Socialmediakram und Podcasts verfolgt, sorgte er selbst da für ordentlich Gerede. Einige sahen ihn als Zumutung, weil zu schwer. Andere als Herausforderung, weil zu schwer. Und wie das bei den Geocachern so ist, es gab viel Gerede, ein paar (manchmal nette, manchmal nicht so nette) Write notes, es wurden Statistiken gewälzt und die magische Zahl 6 stand im Raum („nur 6 cacher aus Sachsen können diese Challenge erfüllen“). Dann wurde es wieder ruhig.
Heute kam nun der nächste Challengecache. Er orientiert sich am ersten, persifliert das Ganze aber ein wenig. Manche werden es mögen. Manche nicht. Wie das eben so ist.

Ich mag es nicht. Aus Gründen. Nicht weil ich die Arbeit der Cacheowner nicht schätze, denn auch hinter so einem Cache steckt Mühe. Ich mag Challengecaches nicht. Ich mag es nicht, wenn ich cachen gehen will und das an Bedingungen gebunden ist. Nun kann man sagen, jeder Cache ist an Bedingungen gebunden. Es gibt die Groundspeak Guidelines (Dose + Logbuch + Eintrag = Fund), es gibt die Bedingungen, die der Owner mit der Wahl des Verstecks vorgibt (klettern, laufen, nach Dose bücken oder strecken, muss der Deckel gedreht oder geklickt werden…), ja es gibt sogar diese Bedingungen, die an die unausgesprochene Cacherehre appellieren (Attribute wie „nicht Nacht“ oder die Dosen, die für jemanden gelegt sind, wobei dem Jubilar natürlich der FTF zu überlassen sei…).

Aber diese Bedingungen sind für alle gleich. Und ich kann tricksen kreativ sein und die Dose bei manchen dieser Bedingungen vielleicht nicht so machen, wie der Owner sich das gedacht hat.  Aber ich stehe mit meinem Lösungsweg letztendlich im Logbuch und kann den Fund für mich verbuchen (Beispiel „Bodencrew bei Klettercaches“, „das Team schreibt mich mit ins Logbuch“ …).

Bei Challengecaches ist es nicht so. Da gibt es nur ein Entweder/Oder. Entweder erfülle ich die Bedingung und habe in der Vergangenheit statistische Sachen gemacht, die mich jetzt für diese Dose „qualifizieren“, oder ich habe es nicht getan. Dann muss ich jetzt Sachen machen, ein verändertes Cacheverhalten an den Tag legen, das eigentlich nicht für meine Art des Auslebens im Hobbies typisch ist. Klar, das darf ja laut Challengeguidelines eben gerade nicht der Fall sein, sonst wäre die Challenge ja nicht gepublished worden. Aber seien wir doch mal ehrlich, wenn zum Beispiel 300 Earthcaches gefordert sind und ich erst 3 gemacht habe, dann hat das einen Grund. Ich finde EC´s scheisse, habe keine im Einzugsgebiet, oder was auch immer. Jetzt muss ich mich überwinden und mein Cachverhalten ändern, muss weite Reisen machen etc pp. Ich ändere also mein Verhalten weil ich auf ein Ziel zusteuere.

Was ich jedoch noch schlimmer finde, Challengecaches führen zu Konflikten. Jeder ist doch seines eigenen Glückes seiner eigenen Statistik Schmied. So ein „Bescheisser“ (also jemand, der Caches loggt die er nicht gefunden hat etc pp.) stösst ja schon jetzt vielen auf. Immer wieder gibt es dazu Diskussionen, nicht nur weit weg „bei Facebook“ im anonymen WWW, auch bei lokalen Events etc. Bisher war es so, kurzer Shitstorm, eventuell fremdschämen, alle schütteln den Kopf, dann geht das Leben weiter. Es geht ja im Grunde beim „Bescheisser“ nur um dessen Statistik.

Doch was wird nun passieren, wo es um etwas geht, was andere Cacher berührt? Sei da zuerst mal der Owner erwähnt, der ggf. dafür sorgen muss, das nur die durch ihre Fundstatistik legitimierten, seinen Cache loggen. Dazu kommt dann natürlich noch die lokale Cacherschaft, die sich sicherlich fragen wird, wieso Cacher XY diese Dose loggt, obwohl er das doch gar nicht darf weil Bedingung nicht erfüllt? Und sie wird es ihm gleich tun.

Sicherlich kann man diesen Challengekram als grosse und spannende Herausforderung sehen, wobei ich das „positiv verklärt“ finde. Man kann es aber auch als riesiges Pulverfass sehen, das in (lokale) Cachercommunities ordentlich Ärger, Spaltung und Missgunst bringen wird. Man schaue sich nur mal die FTF Jagd an, wo es regelmässig Diskussions- und Sprengstoff gibt wer denn nun der echte, wahre, ehrenhafte FTF ist, der mit der Hand an der Dose, der das eventuell vorgeschaltete Rätsel zuerst gelöst hat, der den Cache auf einer anderen Plattform schon geloggt hat usw usf.

Und dabei denke ich noch nicht mal dran, wie „schön“ man sich selber durch Challenges darstellen kann, weil ja der Owner die Bedingungen erfüllt haben muss und damit eine ideale Plattform findet, dass auch deutlich und mit dick und fett in roter Farbe allen anderen aufs Butterbrot zu schmieren oder unter die Nase zu reiben…

2 commenti su “Warum ich Challenge-Caches doof finde…

  1. Geht mir ähnlich. #Unterschreib
    Vermutlich kommen jetzt wieder die Empfehlungen „Dann ignorier sie doch einfach“, aber warum sollte man nicht einfach seinen Frust von der Seele schreiben dürfen?
    Groundspeak hätte sich vom Furunkel am Arsch der Geocacher nach dem einen Jahr Pause (siehe Artikel „Groundspeak zählt Challenge-Caches an diesen Mist endgültig verschwinden lassen sollen. Es produziert mehr Ärger und Streit als dass es etwas bringt und die Mehrzahl der Geocacher bescheisst sich zur Erfüllung der Aufgaben doch sowieso selbst.
    Immerhin ist zwischenzeitlich nahezu jede Challenge-Idee ausgelutscht, von daher kommt in letzter Zeit nur wenig nach. #Puh

  2. Ehm, wo liegt jetzt das Problem?

    bye

    hedgeway

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